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Norbert Maibaum - Transat 6,50

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Mastlegevorrichtung

aktualisiert am:   08.02.2009

Da wir nun ein fahrtentaugliches Segelboot haben, machten wir uns Gedanken über eine funktionale Mastlegevorrichtung. Hier in Berlin, und dem Berliner Umland ist das für Segelboote ein absolutes MUSS. Die durchschnittliche Brückendurchfahrthöhe liegt bei ca. 4m.

Unsere Eckpunkte waren:

1. absolute Einhandbedienung muss gewährleistet sein. Wir haben zwei Kleinkinder und da braucht mein Schatz im Notfall mal schnell eine Hand für die Kinder, die gehen im Zweifelsfall immer vor. Daher möchte ich alles ganz alleine bedienen können und völlig autark den Spargel kippen können. Die Familie darf nur zuschauen.

2. Ich möchte auf keinen Fall schlechtere Segeleigenschaften in Kauf nehmen müssen. Dazu gehört auch, dass ich mit genügender Wantenspannung im Rigg fahren kann, und nicht immer Wanten lösen und spannen muss. Dann macht das alles keinen Spass mehr. Viele Wanderbootsegler fahren mit einem Kompromiss in Sachen Wantenspannung, das wollte ich nicht! Allenfalls für Regatten mag ich die Spannung noch erhöhen. Ansonsten soll das Rigg vernünftig durchgetrimmt sein und trotzdem ein Mastlegen möglich sein.

3. Bezahlbar sollte das alles auch bleiben, bei absoluter Topqualität und Zuverlässigkeit.

4. Weiterhin sollte die Optik nicht zu sehr leiden.

Nach einigen Verhandlungen mit verschiedenen Fachfirmen im Großraum Berlin, Aushandlung eines Nachsaisonpreises, und mehreren Angeboten, haben wir uns für die Beauftragung der Firma Edelstahl Haese (www.edelstahl-haese.de) entschieden. Der Chef kam persönlich zum Aufmaß und Beratung und ich gab unsere Vorstellungen weiter. In einem ausführlichen Gespräch fanden wir dann noch einige Detaillösungen, die das Ganze noch abrunden (z.B. die Jütkupplung). Sehr zufrieden beauftragten wir die Firma und keine zwei Wochen später war die Anlage schon sehr sorgfältig montiert. Zwei Mitarbeiter haben einen ganzen Tag zur Montage benötigt, durch eine nachträgliche Verbesserung kam noch ein weiterer halber Tag für einen Mitarbeiter dazu. Alles funktioniert einwandfrei, die Qualität der Schweissarbeiten ist perfekt. Der Mast ist von mir alleine innerhalb von zwei Minuten gelegt! Sogar der Großbaum kann angeschlagen bleiben und wird nur seitlich aufgelegt.

Eine ausführliche Dokumentation:

Montiert wurden:

Heckstütze mit Rolle, Jütgabel mit Jütkupplung, Hilfswanten mit Armen am Mastfuß, Pelikanhaken Babystag, neue Beschläge am Babystag und Vorstag.

Der Großbaum wird einfach seitlich auf die Haltebügel gelegt und braucht nicht abgenommen werden. Ggf. ist die Abnahme jedoch schnell möglich, ein Schnellklappbolzen wurde angefertigt.

Baum einfach zur Seite gelegt

Es brauchen keine Fallen, Kabel oder Stecker gelöst werden.

Durchfahrtshöhe mit stehender Jütgabel ca. 3,80m. Die Heckstütze kann aber noch ca. 15 cm abgesenkt werden.

Es wurden alle Bordbeschläge neu angefertigt, die für die Jütanlage von Belang sind. Vernünftig durch das Deck durchgebolzt und mit dicken Edelstahlunterlagen (keine Unterlegscheiben!) unterfüttert.

Dreifachtalje und Schnellklappbolzen sind zu sehen.

Seitenansicht, hier sieht man aber schon, dass ich beim “richtigen” Mastlegen zum Winterlager oder langen Fahrt zur Ostsee eine Leiter bräuchte, um das Profilvorstag der Furlexrollreffanlage von der Gabel zu trennen...außerdem gibt es auch niedrigere Brücken...daher wurde hier eine Jüzkupplung eingebaut, um die Gabel wieder abzusenken.

Gesamtlänge mit UKW Funkantenne und Windex ca. 12m

Hier ist die gute Qualtität zu erkennen, der Bügel wurde abgetrennt und neu angeschweißt, da er ein wenig höher sein sollte,um mehr Zug auf die Rollen und somit das Vorstag zu bekommen. Das war mir wichtig, um den Bolzen auch bei strammen Wanten leicht einschieben zu können.

Es wurden Jütarme montiert. Die Zugentlastung wurde bei uns sehr clever gelöst, per Wantenspanner in die Arme des Hubdaches eingebaut. Mit diesen Hilfswanten steht der Mast zu jeder Zeit mittig und wackelt nicht. Selbst wenn es zu extremen Wellenschlag kommt, und der Mast auf 45 Grad abgewinkelt ist, kommt es zu keinem Problem. Weiterhin wurde mir die Bohrung des Mastbolzens mit Edelstahlscheiben und Edelstahlröhrchen durch den Mast verstärkt. Im Laufe der nun 26 Jahre hatten wir dort ein Langloch im Alu.

Pelikanhaken zum schnellen Lösen des Babystags. Der Bordbeschlag wurde erneuert, so dass die Öse nicht mehr querschiff, sonder längsschiff sitz. So passt auch der Pelikanhaken durch.

Das ist die Jütkupplung. Durch Lösen des Hauptbolzens kann ich den Mast legen. Löse ich zusätzlich den Bolzen der Jütkupplung, kann ich die Gabel wieder auf Deck absenken.

Die Gabel ist ein Stück abgeklappt, die Jütkupplung etwas geöffnet, zur Veranschaulichung. Im Prinzip handelt es sich um eine Talje in der Talje.

Die Spinnlockklemme für die Jütkupplung sitzt auf der Jütgabel, so dass man sie jederzeit leicht bedienen kann. Einfach nur öffnen und die Gabel ablassen.

Das ganze noch einmal in Fahrtrichtung.

Wir haben nun erreicht, dass wir mit stehender Jütgabel eine Durchfahrtshöhe von ca. 3,80m haben, mit abgesenkter Jütgabel ist der Masttop der höchste Punkt, der bei ca. 3,40m liegt. Damit sollten wir gut zurecht kommen. Sollte das nicht reichen müssen wir die Heckstütze verkürzen, dann aber wohl den Großbaum demontieren.

Insgesamt hat die Anlage ca. 2000 Euro gekostet, aber Qualität hat Ihren Preis, und wir haben genau unsere Vorstellungen realisiert bekommen.

Achtung: Auf diese Jütkupplung hat die Firma Haese ein Patent angemeldet! Ein genauer Nachbau ist somit nicht empfehlenswert.

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